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Einen Border Collie artgerecht zu halten ist eine große Aufgabe, denn diese Tiere beanspruchen sehr viel Zeit und Aufwand. Mit den Hinweisen auf dieser Seite möchten wir Ihnen zeigen, ob und wenn ja wie man einem Border Collie ein ansprechendes Leben bieten kann. Wir haben sieben Schwerpunkte gesetzt:
Der richtige Hund für Sie? Ernährung Welpenauswahl Die ersten Wochen
Nach der Eingewöhnungsphase Gesundheit Grunderziehung und Spieltipps
Der richtige Hund für Sie?
Der Border Collie scheint zunehmend ein Modehund zu werden. Dies liegt wohl nicht zuletzt daran,dass seine ungeheure Intelligenz und seine enorme Lernfähigkeit und Lernbegierigkeit durch Medien einem großen Publikum präsentiert werden, was zur Folge hat, dass es immer mehr Interessenten an der Rasse gibt. Dies ist nicht ganz unproblematisch. Häufig wird nur der intelligente Hund präsentiert, ohne jedoch auf die ihm eigenen Verhaltensweisen und die daraus resultierenden hohen Anforderungen, die er an den potentiellen Besitzer stellt, näher zu beleuchten. Die Anschaffung eines Border Collie muss sehr genau und äußerst sorgfältig überlegt werden. Als reiner Familienhund eignet sich diese Rasse nicht. Das muss jedem klar sein. Wer einen ruhigen, ausgeglichenen Begleiter sucht, der jeden Tag seinen Spaziergang braucht, kinderlieb ist und ein tolles Wesen hat, der sollte sich nach einer anderen Rasse umsehen. Natürlich ist auch ein Border Collie kinderlieb, ausgeglichen und er hat garantiert ein tolles Wesen, selbstverständlich geht er auch SEHR gerne spazieren, aber das allein reicht eben nicht. Ein Border Collie benötigt eine Sache mehr als irgend ein anderer Hund auf der Welt: Er braucht eine ARBEIT. Eine Aufgabe, an der er sein Können unter Beweis stellen kann, die ihn fordert und zu einem glücklichen Lebewesen macht. Er will arbeiten, viel beschäftigt sein, sonst wird aus dem intelligenten, wundervollen Border Collie schnell ein unterforderter, nach Arbeit suchender Hund, der unausgeglichen ist und anfängt Beschäftigungen nach zu gehen, die man als Mensch als “unerwünschtes Verhalten” wahrnimmt.
Viele Border Collies weisen Verhaltensstörungen auf, weil sie nicht ausreichend beschäftigt werden. Sie beginnen dann damit, sich selbst eine Arbeit zu suchen und das kann ganz übel aussehen. So gibt es viele Berichte über Border Collies, die komplette Wohungseinrichtungen demoliert haben oder etwa solche, die versucht haben, fahrende Autos “zu hüten”, also sie zusammenzutreiben. Ein vernünftig gehaltener Border Collie würde das selbstverständlich nicht tun. Deshalb ist es SEHR wichtig, sich von Anfang an zu überlegen, ob man dem schlauen Kerl eine angemessene Lebensweise bieten kann. Aber WER HÄLT DENN NUN EINEN BORDER COLLIE? Eine wichtige Voraussetzung ist, dass man sportlich interessiert ist. Das bedeutet nicht, dass man unbedingt eine Sportskanone sein muss. Aber ein Border Colie benötigt sehr viel Bewegung, die man ihm mit ausgedehnten Spaziergängen, Joggingtouren oder auch Radfahren verschaffen kann. Des weiteren sollte man einkalkulieren, sich mindestens 3-4 Stunden täglich mit dem Hund zu beschäftigen, das bedeutet, mit ihm zu spielen, ihm Aufgaben zu stellen oder eben, und das ist das wichtigste, mit ihm ernsthaft zu arbeiten. Als erste Beschäftigung sei natürlich die dem Border Collie quasi in die Wiege gelegte zu nennen: Die Arbeit an Schafen, sprich, die Hütearbeit. Man kann seinem schwarz-weißen Gefährten wohl keine aufregendere und artgerechtere Arbeit anbieten als diese. Es ist natürlich nicht ganz leicht, dies zu realisieren, denn nicht jeder besitzt Schafe oder hat jemanden in der Nähe, der seine Schafe zur Arbeit zur Verfügung stellen will. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und die Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland bietet zahlreiche Ausbildungsseminare sowie Übungsmöglichkeiten an.
Weiterhin betreiben viele Border Collie Besitzer den Agilitysport mit ihrem Liebling. Auch dies ist eine anspruchsvolle Aufgabe für den Hund, wenngleich die Hütearbeit durch keine andere Beschäftigung zu ersetzen ist. Zunehmend populärer wird auch hier in Deutschland das aus England kommende “Obedience”. Auch hier wird der Hund sehr anspruchsvoll trainiert und das
Team Mensch / Hund wächst zu einer homogenen Einheit zusammen. Wichtig ist nur, dass, egal für welche Beschäftigung man sich entscheidet, der Hund regelmäßig gefordert wird. Ideal ist natürlich, dem Hund verschiedene Arbeitsaufträge zu geben, dann wird ihm niemals langweilig und er lernt stets etwas Neues. Wenn man es jedoch in einem bestimmten Bereich zur Meisterschaft bringen möchte, sollte man sich auf einen Bereich spezialisieren. Wer einem Border Collie eine solche Arbeit bieten kann, ihn mehrere Stunden am Tag fordert und dies über 15 Jahre, der ist geeignet, sich einen Border Collie anzuschaffen. Wer aber “nur” einen Familienhund zum Gassigehen oder als Spielgefährte für die Kinder braucht, der sollte sich lieber nach einer anderen Rasse umsehen. Er wird an dem arbeitsverrückten Energiebündel keine Freude haben und sicher
nicht den Hund bekommen, den er gesucht hat.
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Der Border Collie ist ein ausgesprochen aktiver Hund. Seine Vorfahren haben tagein-tagaus auf den Koppeln Schafe gehütet. Klar, daß sein Energieverbrauch bei diesem "full-time-job" enorm hoch war. Es dürfte daher jedem noch so ambitionierten Besitzer eines solchen Hundes schwer fallen, für so viel Tätigkeit zu sorgen, dass dieses Niveau erreicht wird. Mit anderen Worten gesagt: Im Hause, in Familien lebende Border Collies haben einen anderen Nahrungsbedarf als solche, die jeden Tag bei der Herde arbeiten. Dementsprechend müssen sie auch anders ernährt werden. Was, wann und wie man füttern sollte wird auf dieser Seite kurz beschrieben.
1. Die Ernährung des Welpen
Der Welpe wird zunächst natürlich von der Mutter gestillt. Nach einigen Wochen fängt der Züchter dann an, geeignetes Welpenfutter zuzufüttern. Am Tage an dem der Kleine geholt wird, sollte mit mit dem Züchter dann geklärt werden, welches Futter er verwendet hat und welche Essgewohnheiten (Uhrzeit der Fütterung, Menge etc.) der Hund hat. In der Regel haben Züchter eine große Erfahrung und können Ratschläge zum richtigen Futter geben. Im günstigsten Falle verwendet man also das empfohlene Futter weiter - dies hat den positiven Nebeneffekt, daß der junge Border Collie nicht umgestellt werden muss, der empfindliche Magen-Darm Trakt könnte dies nämlich mit Durchfall quittieren. Es empfiehlt sich in jedem Fall, Fertigfutter zu verwenden. Es enthält alle wichtigen Inhaltsstoffe, läßt sich einfach zubereiten und ist verhältnismäßig günstig. Auch die richtige Menge trifft man dank exakter Fütterungsanweisung. Welpen brauchen ein konzentriertes Futter und jede Menge Vitamine und Mineralstoffe - selber Nahrung kochen ist also äußerst schwierig, teuer und zeitaufwendig. Es gibt zahlreiche gute Futtersorten, die sogar ein nach Größe der Rasse und Alter spezifiziertes Programm haben. Stellvertretend sei hier Royal Canin genannt. Welpen sollte man drei- bis viermal am Tag füttern. Man sollte den Welpen stets an exakt dem selben Ort und zur selben Uhrzeit füttern. Dort sollte auch ein Napf mit immer frischem Wasser stehen, den er natürlich auch außerhalb der Fütterungszeit erreichen können muß. Gerade bei der Verwendung von Trockenfutter ist es eminent wichtig, dass der Hund sehr viel trinkt. Zwischendurch darf der Kleine natürlich etwas zum Nagen bekommen, hierbei ist darauf zu achten, dass es auch wirklich zum Knabbern geeignet ist. Knochen von Essensresten sind hierzu ungeeignet, da sie splittern können (besonders Geflügelknochen). Der Fachhandel bietet entsprechende Produkte an, die gleichzeitig auch die Zähne reinigen (z.B. Büffelhautknochen). Auf gar keinen Fall sollte man dem Hund Essensreste vom Tisch geben. Gewürzte Speisen sind Gift für den Hund! Auch auf Süßigkeiten, die manche Leute als "Leckerli" verabreichen, muss verzichtet werden! Der kurze Augenblick des Genusses wird dem Hund spätestens dann zur Reue, wenn die Zähne voll von Zahnstein sind. Eine Zufütterung von Nährstoffen ist bei den heutigen Fertigfuttermitteln nicht ratsam, da in ihnen bereits alles in völlig ausreichender Menge vorhanden ist. Es ist dringend darauf zu achten, dass das Tier nicht zu schnell wächst, da gerade der Border Collie sonst an der gefährlichen Knochenhautentzündung erkranken kann!
2.Von der Welpen- zur Erwachsenenkost
Nach etwa 3 Monaten bekommt der Hund eine Mahlzeit am Tag weniger, so dass er dreimal am Tage frisst. Mit ca. 10 Monaten wird der Hund nun bei den meisten Futteranbietern auf Erwachsenenkost umgestellt. Ab jetzt genügt es, den Hund 2 mal am Tag zu füttern. Dies kann man nun entweder einhalten, was nach Meinung der meisten Fachleute auch zu empfehlen ist, oder man reicht nach 15 Monaten nur noch 1 Mahlzeit am Tag. Für das Verdauungssystem sind 2 Mahlzeiten in jedem Fall besser! Man sollte nach Möglichkeit die erste Mahlzeit mittags und die 2. etwas später am Abend reichen. Hat der Hund ein Alter von ca. 7 Jahren erreicht, bekommt er "Seniorenfutter". Alte Hunde benötigen sehr fettarme Kost, dies ist bei der Zusammensetzung dieser Futterarten berücksichtigt. Bei besonders anfälligen Hunden, die häufig Durchfall haben, empfiehlt es sich, Futter für empfindliche Hunde zu kaufen. Jede Produktlinie bietet auch Nahrung für "Problemfälle" an. Hier kann man entweder den Tierarzt konsultieren oder auch ruhig die Beratung im Zoofachgeschäft des Vertrauens nutzen.
3. Unbedingt zu beachtende Regeln
A) Es ist dafür zu sorgen, dass der Hund beim Essen keinesfalls gestört wird.
B) Das Futter sollte weder zu kalt noch zu heiß sein, Zimmertemperatur ist richtig. Zu kaltes Futter kann zu Durchfall oder Erbrechen führen.
C) Dem Hund muß jederzeit frisches Wasser zur Verfügung stehen!
D) Übrig gebliebenes Futter wird, wenn der Hund den Freßnapf für einen längeren Zeitraum verläßt, entfernt. Beim nächsten Füttern erhält er dann etwas weniger Futter, frißt er dies dann wieder auf, bekommt er darauf etwas mehr usw. So regulieren sich der Bedarf und die ideale Futtermenge von selbst.
E) Den Freßnapf soll man nach jedem Fressen gründlich reinigen, den Wassernapf täglich einmal sorgfältig mit heißem Wasser ausspülen.
F) Auch wenn man Fertigfutter verwendet: jeder Hund braucht auch einmal Abwechslung! Deshalb kann er einmal in der Woche etwas ganz besonders Leckeres bekommen. Hier eignet sich fettarmes Fleisch, z.B. Hähnchenfleisch (ungewürzt), oder auch Fisch, hier ist auf penibles Entgräten zu achten! Auch ein Apfel oder eine Karotte zwischendurch schaden nichts, mit Leckerlis soll sparsam gehaushaltet werden, aus erzieherischen Gründen natürlich. Belohnungen sollten keinen Zucker enthalten!
G) Nach den Mahlzeiten braucht der Border Collie sowie jeder andere Hunde Ruhe! Herumtoben oder lange Spaziergänge nach Mahlzeiten können zur lebensgefährlichen Magendrehung führen!
Was man nicht füttern soll:
1) Gewürzte Speisen und Essensreste, da die Nieren der Tiere dies nicht verarbeiten können.
2) Süßigkeiten, da sie dick machen und Zahnsteinbildung begünstigen.
3) Knochen, die splittern könnten, da sie die Speiseröhre oder den Magen-Darm Trakt des Hundes verletzen könnten.
4) Normale Milch, da sie häufig Durchfall hervorruft.
Anmerkung zum Schluß
Normalerweise bereitet die Fütterung gerade mittelgroßer und großer Hunderassen keinerlei Probleme.Es gibt allerdings einige Schlawiner, die an allem was in den Napf kommt etwas auszusetzen haben und denen anscheinend nichts recht schmecken will. Hierbei muß man dem Welpen den Wind schon früh aus den Segeln nehmen. Sicher gibt es Futter, das mehr und anderes, welches weniger gut schmeckt, nach dem Experimentieren mit 3 verschiedenen Futtersorten sollte man den Welpen aber früher oder später zum Fressen "zwingen", da man sonst, wenn er erwachsen wird, große Probleme mit ihm bekommen wird. Von jedem Markenfutter bekommt man Proben, mit denen man die Vorlieben seines Lieblings ausprobieren kann.
Und zum Abschluß noch eine Feststellung: Nicht nur wir Menschen, sondern auch Hunde sehen im Fressen eine der schönsten Beschäftigungen der Welt. Aus diesem Grunde sollte man ein Futter wählen, welches dem Tier offensichtlich auch schmeckt, wenn es vielleicht auch ein paar Mark teurer ist. Das soll aber keineswegs bedeuten, dass billiges Futter schlecht
sein muss! Bei den etablierten Futtermarken liegt man jedoch in jedem Fall richtig, und erfahrungsgemäß wird dies auch sehr gerne gefressen.
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Wenn es nach reiflicher Überlegung ein Border Collie Welpe sein soll, gilt es, einen passenden Züchter zu finden. Dabei hilft einem die Welpenvermittlung der jeweiligen Landesgruppe des Clubs für Britische Hütehunde (Homepage siehe Links!), die aktuelle Wurfmeldungen weitergeben. Hat man Informationen über verschiedene Züchter eingeholt, gilt es, eine Vorauswahl zu treffen. Diese kann nach ganz unterschiedlichen Kriterien vonstatten gehen, etwa nach der Linie, die der Züchter hat (Arbeitslinie = i.d.R stärkerer Hütetrieb, Schaulinie = i.d.R. schwächerer Hütetrieb), nach Farbe, eventuell auch nach Sympathie des Züchters. Es ist aber WICHTIG, dass man sich sehr genau überlegt, was man mit dem Hund tun möchte. JEDER Border Collie wird bei Vernachlässigung seines Arbeitseifers über kurz oder lang Probleme bereiten! Deshalb sei noch einmal darauf hingewiesen, dass man sich SEHR SORGFÄLTIG überlegen sollte, ob der Border Collie als Hund in Frage kommt. Nun geht es an die Kontaktaufnahme: Man sollte in jedem Fall mehrere Zuchtstätten besuchen, um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben. Jeder gute Züchter wird dafür Verständnis haben, wenn Sie sich auch anderweitig umhören möchten. Einen gewissenhaften Züchter erkennt man daran, dass er sehr viele FRAGEN stellt. Etwa was Sie mit dem Hund tun möchten, was für Lebensverhältnisse er zu erwarten hat usw. Ein guter Züchter wird sie auch nach dem Kauf immer beraten und sie gelegentlich auch einmal besuchen kommen, um zu sehen, wie es seinem Nachwuchs ergeht. Nicht selten entstehen zwischen Züchter und Käufer freundschaftliche Beziehungen und man trifft sich zum Gassigehen oder ähnlichem. Ein vorbildlicher Züchter sollte: Die Welpen im Haus aufziehen, so dass sie viel Kontakt zu den Menschen der Familie haben; Spielzeug für die Welpen in unterschiedlichster Ausführung haben, so dass die Welpen viele Spielarten kennen lernen; eine sehr saubere und gepflegte Zuchtstätte haben; die Mutterhündin bei den Welpen haben. Achten Sie auf das Verhalten aller dort lebenden Tiere, wie reagieren sie auf Sie, sind sie freundlich, ängstlich, aggressiv? Werden sogar Tiere vor Ihnen verborgen oder reagieren sie ängstlich auf ihren Besitzer? Versuchen Sie ruhig auch, mit den Elterntieren zu spielen - so sehen Sie, wie sie sich Fremden gegenüber verhalten. Der ideale Border Collie ist fröhlich, liebt jegliche Art von Spielen, zeigt keine Angst vor Menschen, geht freundlich auf diese zu und bleibt ruhig und gelassen. Die Welpen sollten freudig auf Sie zustürmen, mit dem Schwanz wedeln und weder ängstlich noch schreckhaft sein. Ein Welpe hat in der Regel einen ausgeprägten Spieltrieb! Werfen Sie einen Ball oder Ähnliches und beobachten Sie, ob er darauf reagiert und ihn jagt und wiederbringt, sie idealerweise zum Weiterspielen auffordert. Ein guter Züchter hat Verständnis dafür, dass sie ihren potentiellen neuen Mitbewohner auf Herz und Nieren prüfen - schließlich suchen sie einen Freund, der die nächsten 15 Jahre treu an Ihrer Seite steht! Also, suchen Sie gewissenhaft und überlegt aus und wählen Sie den Welpen dort, wo sie mit allen genannten Kriterien einverstanden sind - dann steht einer wundervollen, langjährigen Beziehung nichts mehr im Wege ! Übrigens: ein Welpe mit VDH-Papieren (darauf müssen Sie unbedingt achten !!!) kostet i.d.R. zwischen 700 und 800 Euro.
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Die ersten Wochen
Endlich ist der große Augenblick da: Nachdem man den Welpen einige Male bei dem Züchter besucht hat, darf man ihn in der Regel im Alter von 8 Wochen mit nach Hause nehmen. Sowohl für den neuen Besitzer als auch und natürlich insbesondere für den kleinen Welpen steht ein gravierender Wechsel bevor: Der Mensch muss sich ganz auf den neuen Hausbewohner einstellen und der Welpe muss, erstmals ohne die Geborgenheit seines Rudels, lernen, sich in eine neue Umgebung, in ein neues Rudel zu integrieren. Es sind viele Dinge vorzubereiten, wenn man einen Welpen ins Haus holt: Zunächst muss natürlich die “Grundausstattung” wie Näpfe, Leine, Körbchen usw. vorhanden sein. Des weiteren sollte man die Wohnung “welpensicher” machen, das heisst Kabel sollten unerreichbar für den Welpen verlegt sein, Treppen müssen geschützt sein, so dass der Welpe nicht fallen kann, Gegenstände, an denen sich der Kleine verletzen könnte, müssen entfernt werden. Und selbstverständlich muss ein geeigneter Schlafplatz präpariert werden, möglichst in den ersten Nächten in der Nähe des Herrchens, so dass sich der kleine einigermassen geborgen fühlt. Geben Sie dem Welpen viel Zeit, alles im Haus zu erkunden, so dass er mit seiner neuen Heimat vertraut wird. Ein Welpe muss alle 2 Stunden die Gelegenheit bekommen, sich zu lösen. Dies sollte er stets am gleichen Platz, etwa im Garten, tun, da er beim nächsten Geschäft seinem Geruchssinn folgt und wieder dort hinmacht, wo es bereits nach seinem Geschäft riecht. Border Collies werden sehr schnell stubenrein, teilweise sind sie es bereits, wenn sie vom Züchter kommen. Generell sollte der Welpe in jedem Fall nach einer Mahlzeit Gelegenheit bekommen, sich zu lösen. In der ersten Nacht wird der Welpe wegen der vielen neuen Eindrücke sehr müde sein und rasch einschlafen. Sollte er wimmern und darum betteln, ins Bett zu dürfen, lassen Sie sich nicht erweichen!!! Das wird ihm, wenn er gross ist, nur schwer wieder abzugewöhnen sein! Aber wie gesagt, die meisten Welpen sind müde und schlafen schnell ein. In den ersten Tagen wird sich der Welpe sehr schnell aklimatisieren, Border Collies lernen rasch und integrieren sich in der Regel problemlos in das neue Rudel. Wichtig seitens des Besitzers ist es, von Anfang an darauf zu achten, dass der Welpe sich so verhält, wie es gewünscht wird. Fehlverhalten ist sofort abzustellen, denn Border Collies prägen sich Verhaltensweisen rasch ein, dies gilt für erwünschte wie auch für unerwünschte Dinge. Wenn er die unerwünschten Dinge sofort verboten bekommt, weiss er, woran er ist und die Erziehung wird wesentlich erleichtert. Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist beim Border Collie die Leinenführigkeit. Man sollte den Welpen schon frühzeitig daran gewöhnen, an der Leine zu laufen und ein Halsband zu tragen. Lassen Sie Ihren Welpen aber viele gute Erfahrungen mit der Leine und dem Halsband machen! Ziehen Sie sie ihm beispielsweise zum Essen an, lernt er, etwas Positives damit zu verknüpfen. Achten sie auch von Anfang an darauf, ihrem Welpen einen möglichst geregelten Tagesablauf zu bieten, also gleiche Essenszeiten, gleicher Essensort und vieles mehr. Ihr Welpe wird sich dann schnell einleben und sie als zuverlässigen “Menschenhund” akzeptieren.
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Wenn sich der Welpe an das neue zu Hause und an den neuen Besitzer gewöhnt hat, sollte man nicht allzu viel Zeit verstreichen lassen, sondern sofort mit der Ausbildung des Welpen beginnen. Wichtig ist, dass der Welpe richtig sozialisiert wird. Dinge, die er im Rudel nach seiner Geburt gelernt hat, zum Beispiel das Spielen mit Artgenossen und die Rangordnung zu beachten, müssen nun gefestigt werden. In einer Welpenspielstunde trifft der junge Hund auf Altersgenossen, mit denen er balgen kann und mit denen er lernt, wie sich ein guter Hund verhält. Ideal ist es, einen Hundeverein mit einem “Kindergarten” zu finden. Dort kann man mit dem kleinen regelmäßig Kontakte pflegen und sicherstellen, dass er zu einem vernünftigen, selbstbewussten Hund heranwächst. Enorm wichtig ist auch, dass man dem Welpen von Anfang an seine Stellung im Rudel zu Hause klarmacht. Er muss stets wissen, wer der Boss ist und von vornherein seine Grenzen gezeigt bekommen. Das Sprichwort “was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr” hat auch hier seine Gültigkeit. Beginnen Sie früh mit Grundgehorsamsübungen wie “Sitz”, “Platz”, “Nein”, “Pfui”, “Bleib” und “Komm”. Der Border Collie lernt früh und enorm schnell, sie werden sich wundern, wie bald der kleine Hund versteht, was Sie von ihm wollen. Achten Sie aber darauf, die Kommandos klar voneinander abzugrenzen und dass der Hund sie immer befolgt. Beispielsweise bedeutet “Pfui”, dass der Hund das Verhalten niemals zeigen soll, “Nein” heisst, dass er es nur momentan nicht darf. Verwischen Sie nie die Grenzen zwischen Anordnungen, das verunsichert den Hund nur unnötig. Wenn Sie in eine Hundeschule mit kompetenten Ausbildern gehen, wird man Ihnen genau sagen, wie Sie mit Ihrem Hund arbeiten sollen. Aber seien Sie auch hier skeptisch. Ein Border Collie ist in vielerlei Hinsicht nicht mit anderen Rassen, wie etwa dem Schäferhund, vergleichbar. Die traditionelle Unterordnung ist beim Border Collie nur begrenzt anwendbar. Er braucht zwar ebenfalls Konsequenz in der Ausbildung, doch Brüllerei oder gar Schläge, wie man es leider Gottes immer noch bei einigen Unverbesserlichen sieht, bringen einen Border Collie niemals zum Arbeiten, sondern erreichen genau das Gegenteil. Informieren Sie sich anhand von Fachliteratur über Trainings- und Ausbildungsmethoden, die beim Border Collie erfolgversprechend sind. Sie sollten sehr früh mit die Leinenführigkeit trainieren, da viele Border Collies überhaupt nicht mögen, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu sein. Zeigen Sie ihm, dass an der Leine gehen Spass macht, verknüpfen Sie viele angenehme Dinge damit. Spielen Sie zum Beispiel mit dem Welpen, während Sie ihn an der Leine halten, etwa mit dem Ziehtau. Oder rennen Sie um die Wette mit ihm, alles das macht dem Kleinen Spaß und läßt ihn lernen, dass die Leine nichts Unangenehmes, sondern etwas Tolles ist, womit man mit dem Herrchen viel Spaß haben kann. Achten Sie aber auch darauf, Ihren Kleinen gerade am Anfang nicht zu überfordern. Welpen müssen sich groß schlafen, ihre Knochen sind noch weich und nicht zu stark belastbar. Mit Dingen wie Agility sollten Sie ohnehin erst anfangen, wenn der Hund 15 Monate alt ist. Beschäftigen Sie ihn am Anfang mit Unterordnung und ein paar Obedienceübungen, versuchen Sie, eine möglichst enge Bindung zu ihm herzustellen, dann werden Sie es später in der Ausbildung sehr viel leichter haben. Noch eine Anmerkung zum Schluß: In Deutschland sind mittlerweile sehr viele gute Bücher zum Thema Border Collie erschienen. Informieren Sie sich darin, wie Sie Ihren Hund artgerecht halten. Sie finden dort sehr viele nützliche Hinweise und Anregungen!
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Gesundheit
Vorab sei erwähnt, dass an dieser Stelle natürlich kein Gesundheitsratgeber stehen kann. Dafür sei auf die Fachliteratur verwiesen. Es sollen nur einige beachtenswerte Dinge erwähnt werden. Grundsätzlich ist es so, dass durch artgerechte Haltung, sprich ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung und einer vernünftigen Beschäftigung vielen Krankheiten vorgebeugt werden kann. Ein gut gepflegter Hund ist widerstandsfähig und weniger krankheitsanfällig als beispielsweise fettleibige, wenig trainierte Tiere. Durch eine vernünftige Haltung des Tieres kann man vielen Dingen vorbeugen. Besuchen Sie den Tierarzt Ihres Vertrauens nicht erst dann, wenn das Tier schon krank ist, sondern lassen sie einmal im Vierteljahr einen Gesundheitscheck machen. Der Tierarzt kann sich anbahnende Krankheiten so früh erkennen und sie rechtzeitig behandeln. Zur regelmäßigen Überprüfung durch den Besitzer gehören nachfolgend genannte Dinge: Achten Sie auf eventuell verdreckte Ohren. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt zeigen, wie sie diese am besten reinigen. Überprüfen Sie das Haarkleid auf eventuellen Parasitenbefall. Das Haar ist Indikator für Krankheiten! Ist es stumpf, die Haut darunter schuppig, deutet dies auf eine Erkrankung hin. Überprüfen Sie Ihren Hund regelmäßig auf Zecken! Reinigen Sie Ihrem Hund, wenn nötig, auch die Augenpartie! Pflegen Sie die Zähne des Hundes, indem Sie ihn vernünftig ernähren und ihm Büffelhautknochen oder Zahnpflegeknochen anbieten! Schauen Sie, dass die Krallen nicht zu lang werden! Lassen Sie prüfen, ob die Analbeutel Ihres Hundes voll sind. Ein typisches Anzeichen dafür ist das soenannte “Schlittenfahren” des Hundes. Sollten Sie Verhaltensauffälligkeiten an Ihrem Hund entdecken, etwa übermäßige Müdigkeit oder häufiges Erbrechen sowie ständigen Durchfall, konsultieren Sie in jedem Fall Ihren Tierarzt! Denken Sie an regelmäßige Entwurmung und an die Impfungen! Bedenken Sie, den Hund nicht unmittelbar nach dem Essen herumtollen zu lassen. Es kann die lebensgefährliche Magendrehung die Folge sein! Seien Sie mit dem Stöckchenspielen vorsichtig ! Schon viele Hunde haben sich einen Stock in den Hals gebohrt! Lassen Sie die Gesundheit Ihres Tieres lieber einmal zu viel als zu wenig von einem Fachmann überprüfen! Das sollte Ihnen Ihr Liebling wert sein! Bitte denken Sie immer daran: Sie tragen die Verantwortung für Ihr Tier. Der Hund kann zwar nicht aussprechen, was ihm fehlt, aber Sie sollten ihn gut genug kennen, um zu merken, ob ihm etwas fehlt oder ob er gesund und munter sein Leben genießt.
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Einige grundlegende Dinge zur Hundeerziehung seien vorangeschickt. Ein Border Collie ist ein kooperativ veranlagter Hund. Im Agility hört man häufig den Satz: “Der Hund macht keine Fehler, nur der Hundeführer”. Genau so verhält es sich fast immer. Wenn man seinen Partner positiv trainiert, auf eine ihm angemessene Weise, so wird man gute Resultate erzielen und das Tier wird ein hervorragend hörender Begleiter sein. Wenn man den Hund so trainiert, dass er alles widerwillig macht und nicht aus Spaß an der Freude, so wird man kaum Fortschritte erzielen oder der Hund wird bestimmte Dinge vielleicht sogar gar nicht mehr ausführen. Hier sei ein Beispiel angeführt: Nehmen wir an, der Hund läuft auf einem Spaziergang fort und kommt erst nach mehrmaligem Rufen langsam angelaufen. Oft beobachtet man Hundeführer, die dann erst einmal ordentlich schimpfen, statt den Ankömmling freudig zu begrüßen. Was lernt nun der Hund? Wenn ich zu Herrchen zurückgehe, werde ich doch nur geschimpft. Beim nächsten Mal wird er vielleicht schon nicht mehr kommen. Ein anderes Beispiel: Viele Hundetrainer bestehen immer noch darauf, dass man ordentliches Bei-Fuß-Gehen nur durch einen kräftigen Leinenruck erzielen kann, wenn der Hund an der Leine zieht. Der Hund läuft mit dieser Methode aber nicht bei Fuß, weil es ihm Spaß macht, sondern weil er die negative Erfahrung, nämlich den Leinenruck, vermeiden möchte. Trainiert man allerdings mit positiver Verstärkung, also belohnt den Hund, wenn er etwas richtig macht, in diesem Beispiel mit einem Leckerli, so wird er gerne bei seinem Herrchen an der Leine gehen. Bei der positiven Verstärkung kommt es darauf an, dass die Belohnung zum richtigen Zeitpunkt gegeben wird, also genau dann, wenn der Hund das erwünschte Verhalten zeigt. Positiv verstärken kann man durch Leckerli, Lob oder Spielzeug. Achten Sie hier auf viel Abwechslung, denn immer das Gleiche wird für einen jungen Hund schnell langweilig. Auch sollte die Belohnung nicht immer erfolgen, sondern so eingesetzt werden, dass der Hund nie genau weiß, was als nächstes kommt. Das hält die Motivation hoch! Viele Border Collies scheinen Spielzeug den Leckerlies sogar noch vorzuziehen. Das Bällchen, das für viele Border Collies ein Heiligtum ist, sollte aber nicht zu übertrieben eingesetzt werden, sonst bekommt man einen “Bällchen-Junkie”, der regelrecht abdreht, wenn er sein geliebtes rundes Etwas sieht. Man soll den Hund unmittelbar wenn er im neuen Heim ankommt zu trainieren beginnen. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr - deshalb schon früh unerwünschtes Verhalten korrigieren und erwünschtes Verhalten belohnen. Die Übungen, die zum Grundgehorsam gehören, werden nun folgend beschrieben. Sie sollte jeder Hund zuverlässig beherrschen und möglichst mit viel Freude ausführen. Im Normalfall ist dies für einen Border Collie überhaupt kein Problem, er lernt schnell und freudig, wenn er richtig trainiert wird. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass JEDES Kommando vom Hundeführer aufzuheben ist, etwa mit “Lauf!”, so dass der Hund genau weiß, wann die Übung beendet ist. Bedenken Sie auch, dass Sie den Hund genau dann loben, wenn er etwas richtig macht, nicht hinterher, nach der Übung, denn so lernt der Hund nur, dass das Ende der Übungen Spaß macht, nicht die Übung selbst! Trainieren Sie nicht zu lange, lieber kurz und dafür mehrmals am Tag. Und denken Sie daran, nur mit guter Laune zu trainieren, damit sie ruhig bleiben, wenn etwas nicht so gut klappt. Schreien sollten Sie nie, ein Border hat gute Ohren!
1. Sitz
Das Sitz-Kommando ist nicht nur wichtig für die Begleithundeprüfung, sondern auch im täglichen Leben gut zu gebrauchen, etwa wenn man an einer Straße steht, die man überqueren möchte. Zum Erlernen des Sitz führt man ein Leckerli über den Kopf des Hundes. Um das Futter zu bekommen, wird der Hund sich hinsetzen und just in diesem Augenblick erhält er auch die Belohnung. Danach kommt sofort das Aufhebungskommando, damit er nicht selbständig aufsteht. Mit zunehmender Sicherheit führt man das Kommando Sitz ein, wenn der Hund sich hinsetzt. So verknüpft er das Hörzeichen mit der Tätigkeit. Schon bald wird der Hund zuverlässig wissen, was von ihm verlangt wird, wenn das Kommando Sitz erfolgt.
2. Platz
Auch hier nimmt man ein Leckerli in die Hand, dass man rasch vor dem Hund in Richtung Boden führt. Da er mittlerweile weiß, dass es sich lohnt, der Hand zu folgen, wird er sich schnell hinlegen und bekommt die Belohnung. Auch hier mehrfach wiederholen und das Hörzeichen “Platz” oder “Lay down” einführen. Denken Sie an das Auflösungskommando, so dass der Hund nicht selbst aufsteht! Es kann durchaus etwas dauern, bis der Hund merkt, was er tun soll, um an das Leckerchen zu kommen. Also haben Sie ein wenig Geduld, irgendwann kommt jeder kleine Liebling drauf.
3. Komm oder Zu mir
Das zuverlässige Herankommen ist sehr wichtig und für einen jungen Hund, der so viel in der Welt zu entdecken hat, sehr schwer. Geben Sie ihm das Gefühl, dass es nirgendwo auf der Welt so toll ist wie bei Herrchen, indem Sie ihn immer, wenn er kommt, tüchtig belohnen und mit ihm spielen. Wenn Sie merken, dass er gerade nicht kommen mag, bringt es nichts, hundertmal zu rufen, das ist nur verschenkte Autorität. Gehen Sie etwas näher heran und bestechen Sie den kleinen Kerl mit dem Lieblingsspielzeug oder einem tollen Leckerli, dann kommt er schon. Dann wird natürlich tüchtig gelobt!!! Manche Hundebesitzer rufen ihren Hund nur, um ihn an die Leine zu nehmen, etwa weil ein anderer Hund kommt. So lernt der Hund nur, dass er angeleint wird und der Spaß vorbei ist, wenn er zu Herrchen geht. Das soll vermieden werden! Tüchtig belohnen und spielen ist hier richtig. Rufen Sie auch nicht zu oft! Am besten ist es, wenn dies etwas Besonderes ist!
4. Bei Fuß oder Bei mir
Auch ein Kommando, bei dem der Hund neben einem herläuft, ist eminent wichtig. Wir haben zwei Kommandos für unsere Hunde, um dies zu erreichen: Bei Fuß und bei mir. Der Unterschied ist, dass Bei mir nur bedeutet, in einem größeren Abstand, etwa bis 1 Meter, bei uns zu bleiben, Bei Fuß dagegen ist wesentlich enger, also das, was während der Begleithundeprüfung oder der Arbeit auf dem Hundeplatz gebraucht wird. Gut trainieren kann man dies mit einem Leckerli in der Hand, das man dem Hund gibt. Am Anfang sollte man wirklich nur ein ganz kleines Stück gehen und dies langsam steigern, so dass dem Hund nicht langweilig wird. Bewährt hat es sich, Aus dem Sitz heraus anzufangen und aufzuhören, so dass der Hund lernt, immer dann, wenn man stehen bleibt, sich hinzusetzen, wie es bei der BH auch verlangt wird.
5. Bleib
Ganz wichtig ist auch ein Kommando, bei dem der Hund in der Stellung verharrt, in der er sich gerade befindet. Dieses Bleib-Kommando ist dann eigentlich unsinnig, wenn der Hund gelernt hat, jede Tätigkeit erst dann zu beenden, wenn Herrchen das Auflösungskommando gibt. Dennoch kann es eine Hilfe für den Hund sein, der damit genau weiß, dass er eine längere Zeit in dem aktuellen Zustand bleiben muss, etwa im Platz. Auch hier sollte man im Training zunächst kurze Lernphasen anwenden und langsam Steigerungen einbauen.
Dem Hund sollte so vieles wie möglich spielerisch und völlig frei von Druck beigebracht werden. Einige Spielideen für zwischendurch haben wir nachfolgend für Sie notiert.
1. Das Gib-Pfote Spiel
Sie benötigen: Eventuell einige Leckerlies
Fördert: Gehorsam, wirkt positiv auf Menschen, die vor Hunden Angst haben
Der Hund macht vor dem Herrchen "Sitz". Man fordert den Hund nun mit einem Schlüsselsatz auf ("Gib Pfote","Wie sagt der Hund hallo"), die Pfote zu geben, indem man ihm sanft ans Bein klopft, bis er sie von sich aus gibt. Danach ausgiebig loben und ihm ein Leckerli geben.
2. Das Gib-Laut Spiel
Sie benötigen: Leckerlis
Fördert: Gehorsam
Der Hund sitzt vor dem Herrchen ab, eventuell angeleint. Ein Leckerli wird ihm hingehalten, bis er danach schnappt. Zunächst bekommt der Hund es aber nicht. Dies wird ihn schon bald frustrieren und er wird evtl. in die Höhe springen oder mit der Pfote schlagen. Nach einer Weile wird er zu Bellen anfangen. Dies wird vom Ausbilder mit freudiger Stimme und dem Ausruf "Gib Laut" gefördert. Sobald er wieder bellt, erhält er das Leckerli. Wiederholt man die Übung häufig genug, kann er, auch ohne Leckerli, bald durch Assoziation das Kommando "Gib Laut" zum Zeichen des Bellens verstehen.
3. Das Leckerli-versteck dich Spiel
Sie benötigen: Eine Schüssel, ein Leckerli
Fördert: Geschick, Ausdauer, Intelligenz, Geruchssinn
Der Hund wird so postiert, dass er Herrchen, die Schüssel und das Leckerli sieht. Das Leckerli wird nun auf den Boden gelegt und der Hund wird versuchen, es zu erlangen. Schnell stülpt man die Schüssel darüber und der Hund wird sich daran machen, die Schüssel umherzuschieben, um an das Leckerli zu gelangen. Faith und Shane sind mittlerweile wahre Meister darin und sie haben es nach wenigen Sekunden "befreit".
4. Das Fußball Spiel
Sie benötigen: Lederfußball oder einen anderen Ball, der zu groß zum in den Mund nehmen ist
Fördert: Gehorsam, Wendigkeit und macht einfach Spaß
Der Hund darf den Ball nicht in den Mund nehmen, sondern er soll ihn durch Pfoten und Körpereinsatz nach vorne bewegen. Der Ball ist groß, immer wenn er ihn in den Mund nehmen will, ruft man "Nein" und unterbindet die Handlung, wenn er den Ball zufällig mit dem Körper nach vorne stößt, lobt man ihn. Bald wird er fußballspielend durch den Garten rennen...
5. Das Versteck-Spiel
Sie benötigen: Einige willige Mitspieler, denen sie ein paar Leckerlis mitgeben
Fördert: Suchtrieb, Selbstbewußtsein, macht einfach Spaß
Gehen sie mit den Familienmitgliedern oder Freunden ins Gelände. Lassen sie den Hund absitzen und warten sie gemeinsam mit ihm ab, bis sich alle Personen versteckt haben. Die Verstecke sollten dabei weder zu schwierig noch zu weit voneinander entfernt sein, außerdem sollten sie dieses Spiel nur dort betreiben, wo sie den Hund gefahrlos von der Leine lassen können. Schicken sie ihn dann mit dem Handzeichen und dem Schlüsselwort "Such" los. Hat der Hund jemanden gefunden, gibt dieser ihm ein Leckerli und lobt ihn. Dieses Spiel macht vor allem auch Kindern sehr viel Spaß. Gleichzeitig ist dies auch eine sehr gute Übung für die Spürhundeprüfung.
6. Das Ich hab Hunger-Spiel
Sie benötigen: Des Hundes Futterschüssel
Fördert: Gehorsam, Kombinationsvermögen, Selbstvertrauen
Animieren sie ihren Hund dazu, während der Freßzeiten seinen Napf aufzunehmen und zu ihnen zu bringen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, den Hund dazu zu bringen, manche Tiere mögen es überhaupt nicht. Wenden sie auch hier keinerlei Zwang an, Spaß ist das A und O. Bringt er ihnen die Schüssel, loben sie ihn ausgiebig und natürlich füllt sich als Belohnung der Napf mit seinem Fressen.
7. Das Der Welpe macht nichts kaputt Spiel
Sie benötigen: Kiste mit alten Zeitungen, Pappen oder Kartons
Fördert: Nichts, der Welpe läßt aber den Rest der Wohnung in Ruhe
Knabbert der Welpe oder junge Hund Möbel an oder reißt er leidenschaftlich gern Tapeten ab, bekommt er eine Kiste mit oben angegebenem Inhalt hingestellt. Hier darf er alles nach Herzenslust auseinanderreißen, die Wohnung sieht allerdings auch entsprechend aus. Doch besser, als kaputte Wände oder Möbelstücke!
8. Der Mutsprung
Sie benötigen: Einen willigen Mitspieler
Fördert: Vertrauen, Sprungkoordination, Mut
Lassen sie ein Familienmitglied oder einen Freund in der Hundehaltung auf dem Boden knien. Mit dem Schlüsselwort Hopp fordern sie ihren Hund auf, auf den Rücken dieses Menschen zu springen. Schafft er es, loben sie ihn ausgiebig. Die meisten Hunde finden diese Übung toll und sind stolz, wenn sie erfolgreich springen. Außerdem ist dies eine gute Vorübung fürs Agility, bedenken sie aber, das junge Hunde unter einem Jahr keinesfalls springen sollten (Wirbelsäulenbeschädigungsgefahr !).
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